09 Jan 2019–06 Feb 2019

Anton Kats

  • Project Location
  • Goethe Pop Up Minneapolis
  • "Goethe in the Skyways"
  • City Center
  • 40 South 7th St, Suite 208
  • Minneapolis

Goethe in the Skyways

Goethe in the Skyways is a year-long-program of artistic actions, interventions, and manifestations in public, semi-public, and private space in the frame of the Goethe Pop Up Minneapolis that occupies a space in the city’s futuristic skyway system from October 2018 through September 2019.

Sandra Teitge, director of the Goethe Pop Up Minneapolis, invites artists to develop and present works specifically conceived for the Goethe in the Skyways space that challenge and question, (inter-)rupt and disturb the site and context-specific conditions of the skyway system, the city of Minneapolis, and the state of Minnesota, always in relation to national and international issues and debates.

  • Handel und Verkehr sind die beiden Komponenten der Strasse. Nun ist der Passage deren erstes beinah abgestorben, ihr Verkehr ist rudimentär. Sie ist nur geile Strasse des Handels, nur angetan, die Begierde zu wecken. Es ist darum garnicht rätselhaft, dass die Huren sich ganz von selber dahinein gezogen fühlen. Weil nun in dieser Strasse alle Säfte sticken, wuchert die Ware an den Häuserfronten und geht neue und phantastische Verbindungen wie die Gewebe in Geschwüren ein.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • Conversely, the world within the interior complexes is, at best, private/public space organised overwhelmingly around the imperatives of consumption. The move from outside to inside is a passage between worlds. ‘Step from the wind and cold on the street outside into the new urban realm. As the glass doors firmly close, the mental realm changes. We are inside, contained, separate, part of the system, a consumer, a pursuer, a cruiser.’

    Trevor Boddy, ‘Underground and Overhead: Building the Analogous City’ in: Stephen Graham, Vertical.

  • Die Passagen sind ein Zentrum des Handels in Luxuswaren. In ihrer Ausstattung tritt die Kunst in den Dienst des Kaufmanns. Die Zeitgenossen werden nicht müde, sie zu bewundern. Noch lange bleiben sie ein Anziehungspunkt für die Fremden. Ein “Illustrierter Pariser Fuehrer” sagt: ‘Diese Passagen (…) sind (…) Gänge durch ganze Häusermassen, (…) Zu beiden Seiten dieser Gänge, die ihr Licht von oben erhalten, laufen die elegantesten Warenläden hin, so dass eine solche Passage eine Stadt, ja eine Welt im kleinen ist.’

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.1, Das Passagen-Werk.

  • Solche Denkmäler eines nicht mehr seins sind Passagen. Und die Kraft die in ihnen arbeitet, ist die Dialektik. Die Dialektik durchwühlt sie, revolutioniert sie, sie wälzt das oberste zu unterst, macht da sie nichts mehr von dem blieben was als der Name: Passagen, und: Passage du Panorama. Im Innersten dieser Namen arbeitet der Umsturz, darum halten wir eine Welt in den Namen der alten Strassen und nachts einen Strassennamen zu lesen kommt einer Verwunderung gleich.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • Motive für den Untergang der Passagen: verbreiterte Trottoirs, elektrisches Licht, Verbot für Prostitution, Freiluftkult. 

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • En 1820, on ouvrit … les passages Viollet et des deux Pavillons. Ces passages étaient une des nouveautés de l’époque. C’étaient des galeries couvertes, dues à l’initiative privée, où l’on installa des boutiques, que la mode fit prospérer. Le plus fameux fut le passage des Panoramas, dont la vogue dura de 1823 à 1831. Le dimanche, disait Musset, la cohue ‘Est aux Panoramas ou bien aux boulevards”. Ce fut également l’initiative privée qui créa, un peu au hasard, les cités, courtes rues ou impasses édifiées à frais communs par un syndicat de propriétaires.’ – Lucien Dubech, Pierre D’Espezel: Histoire de Paris, Paris 1926.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.1, Das Passagen-Werk.

  • Was für ein Tag! Ich trieb durch die Fußgängerzone
    Und war der tausendste Mann, den ein Team blonder Girls
    Für eine Werbeaktion ansprach. Ich war der elfte Kunde
    In der Boutique, der heute ein Hemd (taubenblau) kaufte.
    Das Gespenst im Schaufenster war ich. Die Spiegelung
    Gefiel mir, und ich machte ein Photo meines Schattens.

    Durs Grünbein, Dada.

  • Die Passage (…) [ist] nur angetan, die Begierde zu wecken. Weil in dieser Strasse die Säfte stocken, wuchert die Waren an ihren Rändern und geht phantastische Verbindungen wie die Gewebe in Geschwüren ein. – Der Flaneur sabotiert den Verkehr. Er ist auch nicht Käufer. Er ist Ware.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.1, Das Passagen-Werk.

  • Charles Fourier über die rues-galeries: “Cette facilité de communiquer partout, à l’abri des injures de l’air, d’aller pendant les frimas au bal, au spectacle en habit léger, en souliers de couleur, sans connaitre ni boue, ni froid, est un charme si nouveau, qu’il suffirait seul à rendre nos villes et châteaux charme si détestables à quiconque aura passé une journée d’hiver dans un Phalanstère. Si cet édifice était affecté à des emplois de civilisation, la seule commodité des communications abritées et tempérées par les poêles ou les ventilateurs, lui donnerait une valeur énorme. Ses loyers … seraient recherchés à prix double de ceux d’un autre édifice.” – E. Poisson: Fourier [Anthologie], Paris 1932.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.1, Das Passagen-Werk.

  • Architektur als wichtigstes Zeugnis der latenten ‘Mythologie.’ Und die wichtigste Architektur des 19. Jahrhunderts ist die Passage. – Versuch, aus einem Traum zu erwachen als bestes Beispiel des dialektischen Umschlagens. Schwierigkeit dieser dialektischen Technik.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

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  • City Center, Skyway Level
  • 40 South 7th Street, Suite 208
  • Minneapolis, MN 55402
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