12 Jul 2019–02 Aug 2019

Kinga Kielczynska

Goethe in the Skyways

Goethe in the Skyways is a year-long-program of artistic actions, interventions, and manifestations in public, semi-public, and private space in the frame of the Goethe Pop Up Minneapolis that occupies a space in the city’s futuristic skyway system from October 2018 through September 2019.

Sandra Teitge, director of the Goethe Pop Up Minneapolis, invites artists to develop and present works specifically conceived for the Goethe in the Skyways space that challenge and question, (inter-)rupt and disturb the site and context-specific conditions of the skyway system, the city of Minneapolis, and the state of Minnesota, always in relation to national and international issues and debates.

  • Die Stadt war nun ausgeschachtet. Durch Tunnel
    Führte ein besinnungsloser Verkehr.
    Es gab keine Eingeweide mehr, Labyrinthe
    Im Zwielicht, mit Gassen ins Unbewußte,
    Straßen, die in die eigene Blutbahn führten.

    Durs Grünbein, Zündkerzen.

  • Some of the largest interior cities have been built in cities with particularly extreme climates. Indeed, the 18-km system of skywalks in Minneapolis is so extensive that its various routes are coloured and named like subways line to minimise confusion.

    … a motivation […] were the advantages to real estate developers or the ability to connect large systems of multilevel car parking garages directly to commercial or retail space.

    Stephen Graham, Vertical.

  • Architektur als wichtigstes Zeugnis der latenten ‘Mythologie.’ Und die wichtigste Architektur des 19. Jahrhunderts ist die Passage. – Versuch, aus einem Traum zu erwachen als bestes Beispiel des dialektischen Umschlagens. Schwierigkeit dieser dialektischen Technik.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • Impressed by the emerging modernist experiments in Europe, North American master planners in the 1960s also embraced the idea of the multilevel city as a radical means of renewing and decongesting decaying urban cores so they could accommodate mass automobile use and compete with the burgeoning malls in the suburbs.

    Stephen Graham, Vertical.

  • While [North American cities] inevitably offer complex ecologies of public, private and semi-private space which are not entirely exclusionary –and some are designed to link more favourably to public streets and transit systems– very often, the primacy of the interiorised city works to residuals the traditional street.

    Stephen Graham, Vertical.

  • Handel und Verkehr sind die beiden Komponenten der Strasse. Nun ist der Passage deren erstes beinah abgestorben, ihr Verkehr ist rudimentär. Sie ist nur geile Strasse des Handels, nur angetan, die Begierde zu wecken. Es ist darum garnicht rätselhaft, dass die Huren sich ganz von selber dahinein gezogen fühlen. Weil nun in dieser Strasse alle Säfte sticken, wuchert die Ware an den Häuserfronten und geht neue und phantastische Verbindungen wie die Gewebe in Geschwüren ein.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • Among the innovations which have transformed North American cities in the past 40 years, the development of discrete, grade-separated pedestrian networks in the downtown core areas is surely one of the most remarkable … The idea of an interior city from which one might never need to step outdoors, is on the point of realisation in a score of locations across the continent.

    Barry Maitland, ‘Hidden Cities: The Irresistible Rise of the North American Interior City’ in: Cities 9:3, 1992.

  • Der verschiedenen Berliner Passagen ist zu gedenken: der Kolonnaden in der Nähe des Spittelmarkt (Leipziger Strasse), der Kolonnaden in einer stillen Strasse des Konfektionsviertels, der Passage, der Kolonnaden am Halleschen Tor, der Gattern als Eingang zu Privatstrassen.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • Dies alles ist die Passage in unsern Augen. Und nichts von dem allen ist die früher gewesen. Solange in ihr die Gas- ja die Öllampen gebrannt haben, waren sie Feenpaläste. Aber wenn wir auf dem Höhepunkt ihres Zaubers sie denken wollen, so stellen wir die Passage des Panoramas uns 1870 vor, als sie: auf der einen Seite hing das Gaslicht, auf der anderen flackerten noch die Öllampen. Der Niedergang beginnt mit der elektrischen Beleuchtung. Aber ein Niedergang war es im Grunde nicht, sondern genau genommen ein Umschlag. Wie Meuterer nach tagelanger Verschwörung einen befestigten Platz sich zu eigen machen, so riss mit einem Handstreich die Ware die Herrschaft über die Passagen an sich. Nun erst kam die Epoche der Firmen und Ziffern. Der innere Glanz der Passagen erlosch mit dem Aufflammen der elektrischen Lichter und verzog sich in ihre Namen. Aber nun wurde ihr Name wie ein Filter, der nur das innerste, die bittere Essenz des Gewesnen hindurchließ. Diese wunderbare Kraft, die Gegenwart als innerste Essenz des Gewesnen zu destillieren, gibt ja für wahre Reisende dem Namen seine aufregende geheimnisvolle Macht.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.2, Das Passagen-Werk.

  • Die Passage (…) [ist] nur angetan, die Begierde zu wecken. Weil in dieser Strasse die Säfte stocken, wuchert die Waren an ihren Rändern und geht phantastische Verbindungen wie die Gewebe in Geschwüren ein. – Der Flaneur sabotiert den Verkehr. Er ist auch nicht Käufer. Er ist Ware.

    Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Band V.1, Das Passagen-Werk.

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  • City Center, Skyway Level
  • 40 South 7th Street, Suite 208
  • Minneapolis, MN 55402
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